Kapitel 2 : Vom Tinder-Date zur Eheschließung mit Visum

Eine Liebesgeschichte über Grenzen, Geduld und echte Verbindung

Es begann mit einem Wisch nach rechts.

Nicht romantisch? Vielleicht. Aber so fangen heute viele Geschichten an.

Wir haben uns über Tinder kennengelernt – eine App, die Liebe nicht garantieren kann, aber manchmal Herzen zusammenführt, die sonst nie aufeinandergetroffen wären.

Unser erstes echtes Treffen war in Straßburg. Ein Wochenende zwischen Aufregung, Lachen und dem Gefühl: Da ist deine Zukunft.

Schnell war klar: Wir wollen mehr Zeit miteinander verbringen. Mehr als ein Wochenende, mehr als ein Besuch. Doch die Realität ließ nicht lange auf sich warten – das Touristenvisum lief ab.

Eine Entscheidung fürs Herz – oder fürs Gepäck?

Was tun, wenn einer bleiben will, aber nicht darf?

Wir standen vor der Wahl: Ziehe ich zu ihm nach Marokko? Oder versuchen wir ein Ehevisum?

Wir entschieden uns für Letzteres. Nicht, weil Heiraten die bequemere Option war – sondern weil wir wussten: Wir wollen ein gemeinsames Leben aufbauen. Nicht irgendwann. Jetzt.

Also reiste er zurück nach Marokko. Wir begannen, das Visum zu beantragen. Und wir waren guter Dinge – schließlich hieß es: Sechs Monate Bearbeitungszeit.

Ein halbes Jahr – das kriegen wir hin.

Dann wurden es acht Monate. Dann zwölf.

Dann kam Corona – und plötzlich war alles ungewiss.

Was am Anfang wie eine formelle Hürde wirkte, entwickelte sich zur Hölle.Warum war alles nur so schwer, wer wollte diese Liebe testen?

Am Ende dauerte es ganze 24 Monate, bis das Visum endlich ausgestellt wurde.

Wie beantragt man ein Ehevisum?

(Kurz erklärt – aus eigener Erfahrung.)

Ein Ehevisum (auch „Visum zum Ehegattennachzug“) erlaubt es dem Ehepartner eines deutschen Staatsbürgers, dauerhaft nach Deutschland einzureisen und hier zu leben.

So funktioniert es – grob zusammengefasst:

Heiratsabsicht oder Ehe nachweisen – Entweder seid ihr bereits verheiratet oder habt einen Termin beim deutschen Standesamt. Sprachzertifikat A1 (für den Partner im Ausland) – In den meisten Fällen ist ein Nachweis über einfache Deutschkenntnisse erforderlich (z. B. vom Goethe-Institut). Visumantrag bei der Deutschen Botschaft im Heimatland stellen – Der Partner im Ausland reicht dort alle nötigen Unterlagen ein: Reisepass, Heiratsurkunde (oder Terminbestätigung), Einkommensnachweise des Partners in Deutschland, Wohnsituation, Meldebescheinigungen usw. Bearbeitungszeit abwarten (normal: ca. 6 Monate) – In unserem Fall durch Corona: 24 Monate. Einreise mit dem nationalen Visum – Nach Bewilligung kann der Ehepartner einreisen. Danach folgt die Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis in Deutschland.

Hinweis: Die Anforderungen können je nach Land leicht variieren – eine Checkliste findet man immer auf der Website der jeweiligen Deutschen Botschaft.

Als die Welt stillstand, wartete unsere Liebe

Grenzen dicht. Termine abgesagt. Verfahren gestoppt.

Während andere sich in Quarantäne zusammengerückt haben, waren wir Länder entfernt.

Was wir dachten, würde vielleicht ein paar Monate dauern, zog sich über zwei Jahre.

24 Monate.

Zwei Jahre, in denen unsere Liebe zwischen Corona Impfung, PCR Tests, Botschaftsmails und Flugplänen stand.

Zwei Jahre, in denen ich mehrfach nach Marokko flog – mit wiederholten PCR-Test, wie Tief und Groß sollte mein Nasenloch noch werden. Maskenpflicht und Herzklopfen.

Zwei Jahre, in denen wir nie wussten: Darf ich morgen fliegen? – Kommt das Visum jetzt? – Wie lange noch?

Jedes Mal, wenn ich in den Flieger zurück steigen musste, hat es mir das Herz gebrochen.

Eine Situation bleibt mir besonders in Erinnerung: Als ich nach einem dieser Flüge zuhause ankam, war mein Bruder da. Ich konnte meine Tränen einfach nicht zurückhalten – ich habe endlos geweint.

Er sah mich nur an und sagte ganz ruhig: „Das muss wirklich Liebe sein.“

Mittlerweile hat er etwas Ähnliches erlebt, mit seiner thailändischen Frau– aber das ist Stoff für ein anderes Kapitel.

Zwischen Misstrauen und Mut: Was wir uns anhören mussten

Wer noch nie versucht hat, ein Ehevisum zu beantragen, weiß nicht, wie absurd und kompliziert es sein kann, die eigene Beziehung zu „beweisen“. Ein normaler Mensch kann doch erkennen ob es Real oder Fake ist?

Kontoauszüge, Chatverläufe, Fotos, Reisebelege.

Was für uns echt war, musste für andere dokumentierbar sein.

Aber das Schwierigste waren nicht die Formulare.

Es waren die Blicke, die Zweifel, die unausgesprochenen Vorurteile von Familie und Freunden.

„Der will doch nur nach Deutschland.“

„Wahrscheinlich geht’s ihm ums Geld.“

„Sobald er den Pass hat, ist er weg.“

Und besonders schwer:

„Will sie dich wirklich – oder will sie ihn nur retten?“

„Kennt ihr euch überhaupt gut genug?“

„Was sagt eigentlich deine Familie dazu?“

Diese Fragen trafen – manchmal offen, manchmal versteckt direkt ins Herz. Dann stellst du dir die Frage: Wer kennt dich wirklich?

Zeit für eine natürliche Auslese, wer unterstützt dich und wer kann dort bleiben wo das Haschisch wächst.

Einige wollten uns nur „warnen“, andere dachten, sie „meinen es gut“.

Aber viele dieser Kommentare waren definitiv Unwissenheit, Rassismus und Angst vor dem Anderen.

Manche aus meiner Umgebung wollten mich „schützen“.

Andere hielten sich lieber raus – aus Unsicherheit.

Und manche konnten oder wollten nicht verstehen, dass Liebe nicht immer nach dem Plan verläuft, den man sich für andere ausgedacht hat.

Was viele nicht sehen:

Wir waren keine naive Romanze auf Schnelllauf.Ich wusste schon immer was ich will und was nicht. Zur Stärke erzogen und durch das Leben geformt.

Wir haben uns Zeit genommen, wir haben uns gestritten, gelernt, gelacht, gewartet, warten könnten wir gut.

Wir haben uns füreinander entschieden – ganz bewusst, gegen viele Widerstände.

Als die Geduld fast nicht mehr reichte – Dänemark als Plan B?

Irgendwann, nach unzähligen E-Mails, neuen Anforderungen, Wartezeiten ohne Antworten und immer neuen Rückschlägen, kamen wir an den Punkt, an dem wir einfach nicht mehr konnten.

Wir waren müde vom Warten, vom Erklären, vom Bitten.

Aus Verzweiflung haben wir sogar darüber nachgedacht, in Dänemark zu heiraten – ein Land, das bekannt dafür ist, unkompliziertere Eheschließungen für binational Paare zu ermöglichen.

Dort braucht man oft weniger Bürokratie, keine langwierige Anerkennung von Dokumenten – und es hätte bedeutet, dass wir den offiziellen „Startschuss“ schneller hätten.

Wir recherchierten, führten Gespräche, prüften Wege, Preise, Fristen.

Aber unser Wunsch war, gemeinsam in Deutschland zu leben. Und irgendwann kam auch die Angst dazu: Was, wenn wir dann wieder ganz von vorn anfangen müssen – mit einem neuen Antrag, einer neuen Prüfung?

Also hielten wir durch. Und entschieden uns: Wir gehen den langen Weg – gemeinsam.

Liebe kennt keine Grenzen – nur sehr viele Formulare

Wir mussten kämpfen. Nicht gegeneinander, sondern gemeinsam – gegen Behörden, gegen Vorurteile, gegen das Gefühl, auf Pause zu stehen.

Wir mussten erklären, rechtfertigen, Geduld haben, stark bleiben.

Aber wir haben es geschafft.

Wir haben geheiratet. Nicht als Abschluss – sondern als Anfang.

Und heute?

Heute leben wir zusammen. Heute sind wir Eltern.

Heute stehen unsere Kinder auf dem Spielplatz, und niemand fragt, wie wir uns kennengelernt haben.

Aber ich erinnere mich daran – an jedes Visum, jede Wartezeit, jedes Mal, als ich dachte: Ich kann nicht mehr. Und trotzdem weitergemacht habe. Hilfreich war der Austausch über Visa Status und Terminvergabe in Facebook Gruppen .

100% Support. Nicht zu vergessen, Video Call .Thx an den Technologie Fortschritt.

Fakt ist: Unsere Geschichte ist nicht perfekt. Aber sie ist wahr.

Und ich erzähle sie, weil ich weiß, dass wir nicht allein sind.

Dass es viele gibt, deren Liebe gegen Vorschriften antritt, gegen Grenzen, gegen Vorurteile.

Wenn du das hier liest und selbst wartest, zweifelst, kämpfst – dann will ich dir sagen:

Es lohnt sich.

Hast du etwas Ähnliches erlebt? Schreib mir gern – ich freue mich über Austausch.

Zurück

Deine Nachricht wurde gesendet

Achtung
Achtung
Achtung
Warnung!

Hat dir meine Geschichte gefallen? Dann abonniere meinen Newsletter – ich teile regelmäßig ehrliche Einblicke in mein Leben als Zwillingsmama.

Im nächsten Kapitel: Von der Ehe zum Kinderwunsch

Sei gespannt wie die Reaktion zur Nachricht der Zwillingsschwangerschaft war.



Hinterlasse einen Kommentar