Nach zwei Jahren voller Sehnsucht, Fernbeziehung, Bürokratie, Grenzen und Rückflügen war es endlich so weit:
Eine 10 Mann /Frau Corona standesamttaugliche Trauung und wir waren verheiratet.
Zusammen. In einem Land. In einem Alltag. In einem echten Leben.
Was für andere ganz selbstverständlich klingt, war für uns ein hart erarbeitetes Stück Freiheit.
Der Test
Nur ein halbes Jahr danach wurde unsere Beziehung auf eine neue Probe gestellt:
Ich stürzte eine Treppe hinunter und brach mir das Sprunggelenk.
Fixateur, Platte, acht Schrauben – ein kompletter Neustart auf einem Bein. Ein Monat Laufverbot, zwei weitere mit orthopädischen Schuhen, sechs Monate Reha. Mein Mann pflegte mich, wusch mich, hielt mich – unsere Liebe zeigte sich in diesen kleinen, großen Gesten. Und nebenbei?
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Zeit für den Reset Button
Und bevor wir an das nächste große Kapitel dachten, wollten wir es erstmal richtig krachen lassen:
Eat, Sleep, Fuck und Reisen
Wir haben es uns gegönnt, einfach mal durch zu starten.
Kein Papierkram mehr. Keine Flugtickets. Kein Abschiedskuss am Gate.
Wir waren unterwegs – Marokko, wo seine Wurzeln liegen. Mallorca, wo wir Sonne tankten. Und dann ganz spontan: Bulgarien.
Dort, auf einem Balkon irgendwo in Sofia, spielten wir stundenlang Rommé, tranken Cocktails, rauchten Zigaretten und sprachen über alles und nichts.
Es war herrlich sinnlos und wunderschön.
Und plötzlich war da dieses Gefühl. Ein komisches Bauchgefühl. Irgendetwas war… anders.Ich wollte nur schlafen und ich war kraftlos.
Ich sagte noch:
„Habibi, Irgendwas stimmt nicht mit mir.“
Vielleicht war’s der Cocktail. Vielleicht zu wenig Schlaf. Vielleicht… mehr?
Der erste Verdacht – und die Nachricht
Wieder zu Hause machte ich einen Test.
Positiv.
Meine Hände zitterten, mein Herz raste.
War das… wirklich?
Mein Bruder war dabei – ein Moment voller Spannung und Freude. Das Foto vom Test schickte ich sofort meiner Mutter.
Die lange Reise zur Schwangerschaft
Nach dem Unfall dauerte es acht Monate, bis ich schwanger wurde – ja, es hat so lange gedauert! Nach der Antibabypille wusste ich, dass es manchmal Zeit braucht, bis sich der Körper wieder einstellt. Ich hatte sogar eine Zyklus-App heruntergeladen, die mich aber eher verrückt machte, also habe ich sie schnell wieder gelöscht. Don’t do it!
Der Frauenarztbesuch /die erste Reaktion
Ich ging allein zum Babydoc, voller Vorfreude – und innerlich noch etwas ungläubig.
Ich lag da, schaute auf den Bildschirm und dann kam dieser Satz:
„Herzlichen Glückwunsch – es sind zwei.“
Ich war wie versteinert.
Meine Reaktion?
„Scheiße. Scheiße. Wie, es sind ZWEI?!“
Ich lachte. Ich weinte. Ich konnte nicht aufhören zu starren.
Die Szene zu Hause
Als ich nach Hause kam, liefen mir immer noch die Tränen über das Gesicht.
Er sah mich an, erschrocken:
„Geht es dir gut? Ist dir was passiert?“
Ich schüttelte nur den Kopf, stand vor ihm, atmete tief ein und sagte:
„Nein, Habibi… es sind zwei.“
Langsam hob ich zwei Finger.
Ein Moment Stille – und dann sah ich dieses Lächeln. Warm. Offen. Überglücklich.
Er sagte nur:
„Ich habe mir schon immer Zwillinge gewünscht.“
Und in diesem Moment wusste ich:
Es ist alles gut.
Es ist sogar mehr als gut. Es ist unser kleines Wunder. Mal zwei.
Wie entstehen Zwillinge – Fakten, Hintergründe und Familiengeschichten
Zwillinge sind etwas ganz Besonderes und faszinieren viele Menschen – doch wie entstehen sie eigentlich? Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Zwillingen:
Zweieiige Zwillinge (dizygotisch): Diese entstehen, wenn zwei Eizellen in einem Zyklus von zwei unterschiedlichen Spermien befruchtet werden. Sie sind genetisch so verschieden wie normale Geschwister und können auch unterschiedliches Geschlecht haben. Zweieiige Zwillinge kommen in manchen Familien häufiger vor – vor allem, wenn Frauen genetisch dazu neigen, mehr als eine Eizelle pro Zyklus freizusetzen. Eineiige Zwillinge (monozygotisch): Diese entstehen, wenn eine einzelne befruchtete Eizelle sich in einem sehr frühen Stadium teilt und daraus zwei Embryonen entstehen. Sie sind genetisch identisch und immer gleichgeschlechtlich.
Wie wahrscheinlich sind Zwillinge?
Die natürliche Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft liegt weltweit etwa bei 1 zu 85 Schwangerschaften.
Diese Zahl kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden:
Genetik: Frauen, die eine familiäre Vorgeschichte mit zweieiigen Zwillingen haben – besonders auf der mütterlichen Seite – haben eine höhere Chance, selbst Zwillinge zu bekommen. Bei mir lag die Wahrscheinlichkeit also höher, weil die Cousine meiner Oma Zwilling war. Solche familiären Zwillingstraditionen werden über die Frau vererbt, da sie beeinflussen, ob mehrere Eizellen freigesetzt werden. Alter: Frauen über 30 neigen eher dazu, mehrere Eizellen zu produzieren, was die Chance auf zweieiige Zwillinge erhöht. Künstliche Befruchtung: Fertilitätsbehandlungen steigern die Wahrscheinlichkeit für Mehrlingsgeburten stark – doch das war bei uns nicht der Fall.
Die Risiken – Warum Zwillinge nicht immer selbstverständlich sind
Eine Zwillingsschwangerschaft ist etwas Wunderbares, bringt aber auch mehr Herausforderungen mit sich:
Höheres Risiko für Fehlgeburten: Vor allem im ersten Trimester, den ersten drei Monaten, endet etwa jede 4. Schwangerschaft – oft unbemerkt – mit einer Fehlgeburt. Bei Zwillingen ist das Risiko noch etwas höher, da zwei Embryonen gleichzeitig „kämpfen“. Mehr Belastung für die Mutter: Der Körper muss mehr leisten, die Gewichtszunahme, das Herz-Kreislauf-System und die Hormone sind stärker beansprucht. Frühgeburtlichkeit: Zwillinge kommen häufiger zu früh zur Welt und benötigen oft spezielle Betreuung.
Trotzdem überwiegt bei uns die Freude – und der Respekt vor diesem großen Glück.
Zwillinge in der Familie – unser persönlicher Stammbaum
In unserer Familie liegt die Veranlagung für Zwillinge auf der mütterlichen und väterlichen Seite – ein kleines Wunder, das sich von Generation zu Generation weitergibt.
Die Cousine meiner Oma war selbst Zwilling – und auch sonst finden sich immer wieder Mehrlingsgeburten im erweiterten Familienkreis.
Das Gefühl, Teil dieser besonderen Linie zu sein, gibt mir Kraft und Hoffnung – und macht unser Zwillingsglück noch einmal bedeutender.
Deine Gedanken sind gefragt!
Hast du auch eine persönliche Geschichte mit Zwillingen oder Mehrlingen? Oder kennst du vielleicht Vorurteile und Herausforderungen, die du teilen möchtest?
Schreib mir gerne in die Kommentare, ich freue mich auf den Austausch!
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In meinem nächsten Kapitel erzähle ich dir von meiner Schwangerschaft..indem ich zu einem Monster würde.
Es bleibt spannend…
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