Kapitel 5 – Die Geburt unserer Zwillinge: Zwischen Schock, Entscheidung und Glück

Vom Vorgespräch zur Notwendigkeit

Eigentlich sollte es ein ganz normaler Termin sein – ein Vorgespräch im Krankenhaus, um die Hebamme kennenzulernen und ein Blick in den Geburtsraum. Ich war nervös, aber voller Vorfreude. Wir wollten einfach ein gutes Gefühl bekommen, dass alles vorbereitet ist, wenn es so weit ist.

Doch bevor es zu diesem Teil kam, stand noch ein Ultraschall beim Chefarzt auf dem Plan, dazu ein Bluttest – reine Routine. Dachte ich. Was dann kam, hat alles verändert.

Die Diagnose: Schwangerschaftsvergiftung

Nach der Untersuchung sah mich der ernst an und sagte etwas, das mir einen Schauer über den Rücken jagte:

„Sie haben eine Schwangerschaftsvergiftung.“

Was ist eine Schwangerschaftsvergiftung?

Die sogenannte Präeklampsie ist eine ernstzunehmende Komplikation im letzten Schwangerschaftsdrittel. Typische Anzeichen sind:

Erhöhter Blutdruck Eiweiß im Urin starke Wassereinlagerungen Sehstörungen oder Kopfschmerzen

Bleibt sie unbehandelt, kann sie für Mutter und Kind lebensgefährlich werden. Die einzige Lösung: die Geburt muss eingeleitet werden – sofort!

Die Entscheidung: Weheneinleitung oder Kaiserschnitt?

Wir wurden direkt in einen ruhigen Raum gebracht. Eine weitere Ärztin meinte:

„Sie haben jetzt 30 Minuten Zeit, sich zu entscheiden – Weheneinleitung oder Kaiserschnitt.“

Nur eine halbe Stunde für eine Entscheidung, die unser Leben verändern würde.

Weheneinleitung – das Risiko

Natürlich wollten wir alle Möglichkeiten abwägen. Doch schnell war klar: Eine Weheneinleitung bei einer Schwangerschaftsvergiftung und Zwillingen bringt viele Risiken mit sich:

Die Geburt kann viele Stunden oder sogar Tage dauern. Die Präeklampsie kann sich weiter verschlimmern und dann kommt es so oder so zu einem Notkaiserschnitt. Dann hätte ich die Hölle an Wehen erlitten und zusätzlich dann noch die OP. Ich bin zwar bekloppt aber nicht so bekloppt.

Und: Sofia wurde auf nur 2000 g geschätzt – was Mini Minnie ist. Wir entschieden uns für den Weg, der für uns am sichersten war:

Ein geplanter Kaiserschnitt.

Kein Warten, kein Risiko, keine unnötige Belastung für die Babys oder mich. Und auch die Ärzte bestätigten später: Es wäre sowieso auf einen Kaiserschnitt hinausgelaufen. LOL

Irre! Hatten sie aber vor der Entscheidung nicht erwähnt, sondern uns vor die Wahl gestellt :

Es war, als würde jemand sagen: Das Haus brennt. Ihr könnt versuchen, noch durch den Flur zu laufen (Weheneinleitung) – oder ihr nehmt sofort den Notausgang (Kaiserschnitt). Man zögert kurz. Aber irgendwann weiß man: Sicherheit geht vor.“

Was passiert bei einem Kaiserschnitt?

Ein geplanter Kaiserschnitt ist ein operativer Eingriff, bei dem die Babys über einen Bauchschnitt geboren werden. Der Ablauf ist sehr strukturiert:

Ich bekam eine Spinalanästhesie – eine örtliche Betäubung der unteren Körperhälfte. Man ist dabei wach, aber spürt keinen Schmerz. Alles unten herum ist Taub.

Der Bauch wurde desinfiziert und abgedeckt, sodass ich den Eingriff nicht sehen konnte. Dann folgte der Schnitt durch Haut, Muskeln und Gebärmutter – mehrere Schichten werden geöffnet.

Die Geburt:

Ich habe zu erst geweint, ununterbrochen. Ich war wie in einem Nebel.Die Hebamme hat meine Hand gehalten und mir Mut zu gesprochen. Schritt für Schritt hat Sie mir gesagt was als Nächstes passiert.

Mein Mann dürfte im Wartebereich warten .Er sagte mir danach es war wie ein Nightmare, da er nicht wusste ob es uns gut geht. Nach kurzer Zeit haben Sie nach ihm gerufen : Wo ist der Papa? Wo ist der Papa? Vor Aufregung, hat er die richtige Tür nicht gefunden. Es war wie bei ,,Geh auf’s Ganze“ . Drei Tore und wo ist der Zonk.

Als er dann endlich bei mir war, könnte ich nur noch lächeln. Wir haben geplaudert und gelacht, als würden wir immer noch Romme spielen in Bulgarien.

Dann ging es los, zuerst wurde ein Baby vorsichtig aus dem Bauch gehoben, dann das zweite. Alles geschah im Minutentakt.

Kurz danach kamen sofort die Schreie – laut, kräftig, unvergesslich.

Der Moment in meinen Armen

Sie haben sie beide in meine Arme gelegt.

Elias hat sich bestimmt gedacht: Oooh, ist meine Mama wunderschön!

Und Sofia so: Endlich bin ich ihn los!

Für mich stand die Zeit still und ich könnte nicht aufhören zu lächeln. Überglücklich!

Während ich genäht wurde, wurden die Babys gemeinsam vom Kinderarzt und meinem Mann untersucht, gewogen und eingepackt. Es war eine große Überwindung – sie waren beide so klein und zart. 

Der Moment, der alles veränderte

Sie lagen auf meiner Brust – ganz ruhig, als hätten sie genau gewusst: Hier sind wir sicher, hier gehören wir hin.

So winzig, so zart, und doch erfüllten sie mit ihrer bloßen Nähe den ganzen Raum.

Ihr Atem ging gleichmäßig, ihre kleinen Körper schmiegten sich an mich, als wäre die Welt da draußen noch ganz weit weg.

In diesem Moment zählte nichts anderes – nur wir drei, in völliger Stille und tiefem Frieden.

Sie waren da. Endlich.

In diesem Moment war alles andere vergessen.Die Sorgen. Die Entscheidung. Die Angst.

Was zählte, war nur noch das: Wir!

Wie waren deine Erlebnisse bei der Geburt?

Ich würde mich sehr freuen, wenn du deine Erfahrungen mit mir und den anderen Leser:innen teilst – hinterlasse gern einen Kommentar!

Hinterlasse einen Kommentar

Wenn du keine neuen Kapitel verpassen möchtest, kannst du dich für meinen Newsletter anmelden.

Im nächsten Kapitel 6: Intensivstation und welche weiteren Herausforderungen danach auf mich warteten. Ich hoffe, du bist wieder mit dabei!



Hinterlasse einen Kommentar