Nun war es endlich so weit: Wir durften nach Hause. Es war ein emotionaler Moment – aufgeladen mit Erleichterung, Unsicherheit und Vorfreude. Mein hat vor Aufregung einen kleinen Stein in der Krankenhaus Einfahrt übersehen. Uppsiii. Auto verkratzt, aber egal..die Babys lagen friedlich im Maxi-Cosi.
Es gab wichtigeres, erstmal die Oma angerufen und zum Bodys Shoppen verdönnert. Den die, die wir hatten waren deutlich zu groß . Mit einer Startgroße von 46/48 hatte wirklich keiner gerrechnet .
Endlich daheim – und mein erster Wunsch? Eine Tagine!
Kaum waren wir zu Hause angekommen, gab es für mich nur einen Gedanken: “Ich will eine Tagine!” Mein Mann hat sich direkt an den Herd gestellt – ich hatte so eine Sehnsucht nach diesem vertrauten Geschmack. Nach dem Private Roomservice auf Intensiv fühlte sich das Essen plötzlich wieder nach Leben an, nach Zuhause, nach mir. Ein kleines Stück Normalität inmitten des Chaos.
Das Wochenbett: Rückzug, Heilung, Überforderung
Das Wochenbett beginnt unmittelbar nach der Geburt – und ist viel mehr als ein paar ruhige Tage im Bett. Es ist eine Phase körperlicher und seelischer Heilung. Die Gebärmutter bildet sich zurück, die Hormone stellen sich um, der Milcheinschuss beginnt. Ich hatte mir vorher nicht wirklich Gedanken gemacht, was das genau bedeutet. Und plötzlich war ich mittendrin – mit zwei Neugeborenen, einem unschönen Bauch nach dem Kaiserschnitt und einer Milchpumpe im Dauereinsatz.
Stillen, Pumpen, Fläschchen – ein Vollzeitjob im 90-Minuten-Takt
Die ersten Tage zu Hause liefen nach einem festen (Zwillings-)Rhythmus ab: Alle 1,5 Stunden: Weinen. Füttern. Trösten. Einschlafen. Abpumpen. Wieder von vorn.
Ich habe früh begonnen, Milch abzupumpen, weil das gleichzeitige Stillen beider Babys einfach nicht funktionierte. Ich war überfordert, meine Babys zu klein und hungrig, mein Körper erschöpft. Das Abpumpen hat mir geholfen, den Überblick zu behalten und sicherzustellen, dass beide genug bekommen.
Milch abpumpen bedeutet, dass man mit einer elektrischen oder manuellen Pumpe Muttermilch aus der Brust gewinnt. Das kann bis zu 30 Minuten dauern – pro Seite.
Die Milch wird in sterilen Flaschen aufbewahrt und bei Bedarf erwärmt.
Stillen bei Zwillingen – Warum es so viele nicht schaffen (und warum das okay ist)
Stillen war für mich ein sensibles Thema. Ich wollte stillen – am liebsten beide gleichzeitig. Aber es hat nicht funktioniert. Die Koordination, die ständige Unsicherheit, ob genug Milch kommt… irgendwann habe ich mir erlaubt, loszulassen.
Bei Zwillingen ist das keine Seltenheit. Viele Frauen schaffen es nicht, beide Babys voll zu stillen – weil sie körperlich oder seelisch an ihre Grenzen kommen. Manche versuchen Tandemstillen, andere pumpen ab, viele greifen zu Pre-Nahrung. Das Wichtigste ist: Dein Baby braucht keine perfekte Stillmama – sondern eine glückliche!
Stillen vs. Flasche – Muss ich mich entscheiden?
Nein. Du kannst auch beides kombinieren:
-Morgens stillen, nachts Flasche.
-Ein Zwilling stillen, den anderen füttern.
-Wenn du abpumpst, bleibt dein Baby bei Muttermilch – nur eben über einen anderen Weg.
Flasche geben – So funktioniert’s wirklich
Alles, was du über das Füttern mit der Flasche wissen musst (inkl. Tipps für Zwillinge)
Stillen ist das Natürlichste der Welt – sagt man.Doch für viele Eltern (gerade mit Zwillingen!) ist das Stillen nicht immer machbar oder gewünscht.Die gute Nachricht: Auch mit der Flasche kannst du dein Baby sicher, gesund und liebevoll ernähren.
Hier erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie das Flasche geben funktioniert, was du dafür brauchst, wie oft gefüttert wird und worauf du achten musst – mit ganz vielen Tipps aus unserem eigenen Alltag mit Zwillingen.
1. Was braucht man für die Flaschenfütterung?
Babyflaschen: Am besten aus BPA-freiem Kunststoff oder Glas. Je nach Alter brauchst du unterschiedlich große Flaschen (z. B. 120 ml für Neugeborene, 240 ml für ältere Babys).
Sauger: Es gibt Sauger mit verschiedenen Lochgrößen – „Größe 1“ für Neugeborene (langsamer Trinkfluss), größere Löcher für dickere Milch oder ältere Babys.
Flaschenbürste & Sterilisator: Für die gründliche Reinigung.
Wasserkocher & Thermoskanne: Damit du jederzeit abgekochtes Wasser auf Vorrat hast.
Milch (Muttermilch oder Pre-Nahrung): Pre-Nahrung ist der Muttermilch am ähnlichsten und kann ab Geburt gegeben werden – so oft und so viel das Baby möchte.
Tipp bei Zwillingen: Zwei Flaschenwärmer erleichtern den Alltag enorm. So kannst du beide gleichzeitig füttern, vor allem nachts.
2. Wie wird eine Flasche zubereitet?
Wenn du Pre-Nahrung gibst, gehst du so vor:
Wasser abkochen, dann auf etwa 40–50 °C abkühlen lassen. Die benötigte Wassermenge in die Flasche füllen.Milchpulver mit dem Messlöffel abmessen – genau, nicht gehäuft! Gut schütteln – es dürfen keine Klümpchen mehr da sein. Temperatur prüfen: Ein Tropfen auf dem Handgelenk sollte „warm, nicht heiß“ sein.
Eine vorbereitete Flasche darf nicht stundenlang stehen – am besten immer frisch zubereiten oder innerhalb von 1 Stunde verbrauchen.
3. Wie wird die Flasche richtig gegeben?
Beim Füttern kommt es nicht nur auf das „Was“, sondern auch auf das „Wie“ an:
Setze dein Baby halb aufrecht in deinen Arm, damit es nicht verschluckt. Kippe die Flasche leicht, sodass der Sauger immer mit Milch gefüllt ist – so schluckt das Baby keine Luft. Mach Pausen, besonders wenn dein Baby hastig trinkt oder blubbert. Achte auf das Bäuerchen danach – wichtig gegen Bauchweh. Klopfe leicht auf den Rücken oder halte dein Baby aufrecht.
4.Tandem-Füttern bei Zwillingen:
Du kannst ein Baby auf dem Schoß halten und das andere im Stillkissen oder Kissen seitlich neben dir platzieren.
Vorteile der Flaschenfütterung
Beide Eltern können füttern – das entlastet die Mama und stärkt die Papa-Bindung.Du weißt genau, wie viel dein Baby trinkt.Babys werden oft länger satt, da das Saugen an der Flasche weniger anstrengend ist als an der Brust.Auch mit abgepumpter Milch kannst du flexibel bleiben –
Fazit: Flasche geben ist keine Notlösung – es ist Liebe mit System
Am Anfang dachte ich, ich müsse mich rechtfertigen, warum ich nicht (mehr) stille.
Heute weiß ich: Ich habe genau das getan, was meine Kinder brauchten.Und ich bin dankbar für jede Flasche, die ich ihnen geben durfte – Denn jede Flasche war nicht nur Nahrung.
Sie war Nähe.Vertrauen.
Flasche geben war bei uns Teamwork pur. Mein Mann und ich saßen nachts im Halbschlaf auf der Bettkante, jede:r mit einem Baby auf dem Arm, Flasche im Anschlag, müde, aber irgendwie glücklich. Wir haben sie anschließend lange getragen, weil das Einschlafen meist nur so funktionierte.
Unsere Hebamme – ein Engel
Am zweiten Tag kam unsere Hebamme – und ich hätte sie am liebsten umarmt. Sie war ruhig, herzlich und hat genau gewusst was wir an Unterstützung und ich an Trost brauchte.
Flashback: Der Bauch – bleibt der jetzt so?
Ich erinnere mich noch genau, wie ich nach der Geburt in den Spiegel sah:
“Was ist DAS? Der Bauch ist ja noch da!”
Ich war schockiert – und fragte meine Hebamme: “Wann geht der Bauch wieder weg? Und wann darf ich wieder Sport machen?”
Sie lächelte verständnisvoll:
Der Bauch bleibt erstmal. Die Gebärmutter braucht etwa 6–8 Wochen, um sich vollständig zurückzubilden.Rückbildungsgymnastik startet frühestens nach der Wochenbettphase – Sport wie Joggen oder Bauchtraining frühestens nach 12 Wochen (nach Rücksprache mit der Frauenärztin).
Die Haut, die Muskulatur, die Hormone – alles braucht Zeit. Und das ist okay.
Wochenbett ist Teamarbeit – Wie der Partner deine größte Stütze ist
Mein Mann war Superman und Ironman in Einem. Er hat gefüttert, getragen, Windeln gewechselt, gekocht, seine 2nd Wife gefragt (sein Handy) und sogar nachts noch gearbeitet. Alles mit wenig Schlaf!
Das Wochenbett braucht mit Zwillingen einen starken Partner –
Auch wichtig: Lass die Hände vom Putzen- das ist im Wochenbett tabu. körperliche Anstrengung kann zu Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen führen. Who cares- wie das Haus aussieht. Du definitiv nicht!
Leistenbruch – die OP in der Kinderklinik
Und dann kam es, wie es kommen musste: Der Leistenbruch, unsere nächste Herausforderung.Elias hatte eine Schwellung im Leistenbereich. Ein angeborener Leistenbruch.
Was ist ein Leistenbruch bei Babys?
Ein Leistenbruch entsteht, wenn sich Teile des Darms oder Bauchraums durch eine noch nicht vollständig geschlossene Bauchwand nach außen drücken. Bei Babys ist das oft angeboren – besonders bei Frühchen oder Jungs. Es muss operiert werden, da es sonst zu gefährlichen Einklemmungen kommen kann.
Die OP – ein Tag voller Angst
Wir wurden in die Kinderklinik Karlsruhe überwiesen. Dort bekamen wir ein Einzelzimmer – zum Glück.
Der schlimmste Moment: Er durfte nichts essen oder trinken vor der OP. Und wir mussten drei Stunden warten, bis er abgeholt wurde. Das Geschrei war herzzerreißend – er hatte Hunger, wir hatten Angst.
Die OP verlief gut. Ich durfte ihn im Aufwachraum abholen – friedlich schlafend. Zwei Tage später durften wir nach Hause. Doch die Ärzte sagten uns:
Die andere Seite könnte mit 50 % Wahrscheinlichkeit ebenfalls betroffen sein……
Fazit: Diese ersten Wochen – pure Liebe im Zeitlupentempo
Warum das Wochenbett mit Zwillingen eine der schönsten Zeiten war
Man sagt oft:
„Die erste Zeit mit Babys ist die härteste.“
Aber weißt du was? Für mich war sie auch eine der wundervollsten.
Trotz Schmerzen, Hormonen, Milchchaos und Tränen – diese ersten Wochen mit unseren Zwillingen waren so magisch, dass ich mir wünsche, ich könnte sie noch einmal erleben.
Kein Zeitgefühl. Kein Plan. Kein Müssen. Nur Sein.
Sie lagen stundenlang bei uns – auf der Brust, im Arm, nebeneinander eingekuschelt.
Schmusen ohne Ende
Ich wusste nicht, dass man so viel Körperkontakt haben kann – und dabei so glücklich ist.Zwei kleine Körper, warm und weich, mit den süßesten Geräuschen im Schlaf.Manchmal habe ich sie einfach beobachtet – minutenlang, stundenlang. Zwei Seelen, die neun Monate lang Seite an Seite waren – und jetzt wieder vereint, aber auf dieser Welt.
Kein Stress, kein Alltag – nur wir drei (okay, wir vier!)
So schnell vorbei – aber für immer in mir
Ich hätte nie gedacht, dass man sich mal nach dem Wochenbett zurücksehnen kann.Aber heute, wenn ich alte Fotos anschaue, spüre ich es wieder.Und ich sage es ganz bewusst:
Es war eine der schönsten Zeiten meines Lebens.
Für alle, die mittendrin sind:
Diese ersten Wochen gehen vorbei – aber du wirst sie nie vergessen.Nimm dir Zeit. Für nichts tun.
Denn genau das ist alles, was dein Baby jetzt braucht – und du auch.
Hattest du auch so eine innige erste Zeit mit deinem Baby oder deinen Zwillingen?
Dann schreib es mir in die Kommentare!
Und wenn du dich mit meinen Geschichten verbunden fühlst, trag dich gern in meinen Newsletter ein.
Ich teile dort noch mehr echte Einblicke in unser Familienleben mit Zwillingen.
Wie es weiterging und ob eine zweite OP folgt erfährst du im nächsten Kapitel 8 .
Abonniere meinen Newsletter, um nichts zu verpassen.
Hinterlasse einen Kommentar