Kapitel 8: Wenn alles zu viel wird – Krankenhaus, Kabelsalat und Hochzeitspläne

Nach drei Wochen im allerbeste Wochenbett – halbwegs angekommen im neuen Leben – kam alles plötzlich anders.

Elias fing an zu spucken. Nicht nur ein bisschen, sondern ständig. Die Milch blieb nicht drin, er erbrach sich nach fast jeder Mahlzeit. Und nicht nur so ein kleines Bäuerchen – nein, richtig mit Wucht. Ein Schwall- vergleichbar mit der Wasserrutsche Poseidon aus dem Europa Park – Rust

Uns war sofort klar: Das ist nicht normal. Also direkt zum Kinderarzt.

Die Diagnose: Wieder ein Leistenbruch – und mehr.

Die erste böse Vorahnung wurde leider bestätigt: die 50:50 Chance im Russisch Roulette, der Leistenbruch Nummer zwei. Wahnsinn!

Diesmal auf der anderen Seite. Wieder Kinderklinik Karlsruhe, wieder Einweisung – aber diesmal waren wir vorbereitet. Tasche? Gepackt. Zahnbürste? Check. Nervennahrung? Nur für mich 🙂

In der Klinik dann die nächste Hiobsbotschaft: Zusätzlich zum Leistenbruch hatte Elias einen Magenpförtnerkrampf – medizinisch: Pylorusstenose.

Was ist ein Magenpförtnerkrampf?

Der „Magenpförtner“ (lateinisch: Pylorus) ist der Muskel zwischen Magen und Dünndarm. Wenn dieser Muskel sich krankhaft verdickt, lässt er kaum Nahrung durch – also staut sich die Milch im Magen und wird schwallartig erbrochen. Das passiert meist bei Säuglingen zwischen der 2. und 6. Lebenswoche, häufiger bei Jungen. Die einzige Lösung: eine kleine OP, bei der der Muskel durchtrennt wird – minimalinvasiv, aber trotzdem eine Mutprobe , er war doch erst ein paar Wochen alt und nun schon wieder unters Messer. Das Schicksal meinte es nicht gut mit uns.

Warum war das so? Das habe ich erst später erkannt, dazu erzähle ich euch später mehr.

Die Nacht vor der OP

Ich sag’s euch, das war eine der schlimmsten Nächte meines Lebens. Elias schrie, war völlig erschöpft, hungrig und ich war übermüdet, überfordert, über… alles. Nichts half..aber na klar nicht. Hunger macht aus jedem kleinen Engel ein Monster.

Hätte ich mir in dem Moment einen Wunsch erfüllen dürfen: einen Shot für mich und eine Schlaftablette für ihn. (Natürlich nur im übertragenen Sinne – aber Mamas wissen, was ich meine!)

Die OP – 3 Stunden Hoffen, Beten, Zittern

Am nächsten Morgen, nach dem Narkosegespräch, wurde Elias abgeholt. Wir dürften ihn nur bis zur OP-Tür bringen – dann hieß es: Warten. 3 Stunden voller Sorgen, Stille und „bittebittebitte lass alles gut gehen“.

Als wir ihn dann endlich wieder sehen durften, war es erstmal ein kleiner Schock!

Kabelsalat und Schläuche – Willkommen auf der Überwachung

Elias lag da mit unzähligen Kontrollkabeln auf dem Oberkörper – für Herzfrequenz, Atmung, Sauerstoffsättigung – und einem Schlauch in der Nase, einer sogenannten Magensonde. Diese Sonde dient zur Entlastung des Magens und ermöglicht es den Krankensistern Flüssigkeiten zuzuführen oder abzuleiten, ohne ihn oral belasten zu müssen.

Und glaubt mir: Einen Windelwechsel durchzuführen, ohne dabei mindestens drei Alarme auszulösen, ist eine Wissenschaft für sich. Ich war irgendwann schneller beim Bomben entschärfen als jeder Sprengmeister – High Level unlocked!

Ostern im Krankenhaus – und die Sehnsucht nach der Zwillingshälfte

Wegen der Osterfeiertage konnten wir nicht sofort entlassen werden – also hieß es: eine ganze Woche stationär. Das war hart. Vor allem, weil Sofia bei meinem Mann und bei Oma war. Ich vermisste sie so sehr – mein kleine Habibdi, mein anderes Herz.

Als sie uns endlich besuchen kamen, war es für alle etwas ganz Besonderes. Jeder wollte „die Zwillingsschwester endlich live sehen, von der ich ununterbrochen geredet hatte. Und da war sie: mein kleiner Sonnenschein – sofort mittendrin im Krankenhausabenteuer.

Nebenbei ein bisschen Papierkrieg: der Führerschein-Fail

Und als wär das nicht schon alles genug: Mein Mann hatte keinen Führerschein mehr. Der marokkanische Führerschein war abgelaufen – nach 6 Monaten in Deutschland leider nicht mehr gültig. Er musste ihn neu machen – Theorie, Praxis, alles. Ein absoluter Behördenkrimi mit 4 k weniger auf dem Konto – Aber dazu gibt’s ein eigenes Kapitel, denn da besteht Redebedarf!

Zum Glück gab’s Opa-Taxi!

Ein weiterer Held der Woche.

Ob Frühschicht oder Feiertag – Opa kutschierte meinen Mann täglich 140 km, damit wir nicht auf Schwarzfahrt hoffen mussten, eindeutig zweideutig 🙂

Endlich zuhause – Alltag mit zwei Babys (1–6 Monate)

Nach dieser Achterbahnfahrt war es ein riesiges Geschenk, wieder zuhause zu sein. Und jetzt begann der echte Alltag mit Zwillingen – Schlafmangel inklusive!

Hier ein kleiner Einblick, was Babys in diesem Alter alles lernen und erleben:

1–2 Monate:

Kopf heben in Bauchlage (und dann wie ein kleiner Erdmännchen wackeln) Fixieren von Gesichtern und hellen Farben Erste Laute: Gurren, Quietschen, Mamakreischen Still- oder Flaschenrhythmus alle 2–4 Stunden (ja, auch nachts!)

3–4 Monate:

Greifen beginnt – alles wird zur Beute: Rasseln, Haare, Nasen. Sie entdecken ihre Hände – und stecken sie in den Mund. Lächeln, gezielt! Nicht mehr nur Reflex. Und dieses Lächeln… OMG. Erste Drehversuche – Rückenlage wird langweilig!

5–6 Monate:

Brabbeln wie Weltmeister – die ersten ba-ba-ba und da-da-da. Einige drehen sich schon komplett – Rücken zu Bauch und zurück. Beikost? Ja, bei manchen beginnt jetzt das große Probieren – Pastinake lässt grüßen. Sie erkennen bekannte Gesichter – und fremdeln eventuell erstmals. Zahnen kann starten – mit Sabber, Fäustchen im Mund und viel Drama.

Ausblick Kapitel 9 – „Hochzeit in Thailand: Schwester, ich heirate!“ 💍🌴

Stell dir vor: Ich, im Krankenhaus mit Zwillingen, bekomme eine Nachricht von meinem Bruder:

„Ich heirate! In Thailand! Und ich will, dass ihr ALLE kommt.“

Kapitel 9 wird aufregend: Hochzeitspläne, Flug mit Baby(?!), Kulturschock und ganz viel Schwesterliebe.

Deine Meinung zählt!

💬 Frage an euch:

Wie habt ihr den ersten Krankenhausaufenthalt mit eurem Baby erlebt?

Habt ihr Tipps für andere Eltern, was man unbedingt einpacken sollte?

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Danke, dass du wieder dabei warst.

Bis zum nächsten Kapitel –



Eine Antwort zu „Kapitel 8: Wenn alles zu viel wird – Krankenhaus, Kabelsalat und Hochzeitspläne”.

  1. Avatar von krispye29a7a9d14
    krispye29a7a9d14

    Du weißt ja ich liebe deine Geschichten Bis baldBineVon meinem/meiner Galaxy gesendet

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