Führerschein – wenn dein Land nicht EU genug ist

Als ob man nicht schon genug um die Ohren hat mit zwei Babys, schlaflosen Nächten, Windeln und Krankenhausaufenthalten… kommt da noch was richtig Nerviges:

Der Führerschein.

Nicht meiner – der von meinem Mann.

Er hatte ja einen. In Marokko gemacht. Jahrelang gefahren, ohne Unfall, ohne Punkte, ohne Drama.

Aber in Deutschland?

Nach sechs Monaten zählt der nicht mehr.

Stattdessen: neu machen. Komplett.

Theorie. Praxis. Alles. Und das, obwohl er ja schon fahren kann.

Logik? Nicht vorhanden.

Theorie – 3 Mal FAIL

Erster Versuch:

Ich lerne ein bisschen, der Rest ist Logik.“

Spoiler: Fail.

Deutsche Theorie ist nicht logisch. Sie ist ein Irrgarten aus Ausnahmeparagraphen.

Zweiter Versuch:

„Okay, diesmal auf Arabisch!“

Ja… nur war’s Hoch-Arabisch.

Und mein Mann spricht marokkanischen Dialekt.

Resultat: Wieder durchgefallen.

Dritter Versuch:

Diesmal gelernt, verstanden – aber völlig übermüdet, aufgeregt, zu viel Druck.

Schon wieder gescheitert.

Ich hätte ihn am liebsten gepackt und geschüttelt. Oder besser: gleich den TÜV.

Vierter Versuch:

Endlich bestanden. Wir haben gefeiert.

Praxis – 3 Mal der reinste Horror

Erster Versuch:

Ampel übersehen – hinter einer Baustelle. Zurück zum TÜV.

Ob das in Deutschland versteckte Tests sind?

Zweiter Versuch:

Rechts vor links nicht beachtet. Zurück zum TÜV.

Weil in Marokko… ja, da ist rechts vor links halt eher so eine Empfehlung.:)

Dritter Versuch:

Im Kreisverkehr über die Linie gefahren . Wieder – Zurück zum TÜV.

Langsam wurde’s echt bitter und sehr teuer.

Zwischenruf: Fahren in Marokko – das ist die wahre Meisterprüfung!

Ich war selbst oft dort. Und glaubt mir:

Ampeln gibt’s – aber ob sie gelten, ist tagesformabhängig. Pferdekutschen, Roller, Fahrräder, Autos, Esel – alles auf einer Spur. Überholen? Wann du willst, wo du willst. Straßenmarkierungen? Deko. Die Regel lautet: Wer sich traut, fährt.Wer bremst, verliert.

Stell dir das vor: Du fährst durch Marrakesch, rechts ein Esel, links ein hupender Rollerfahrer mit drei Cousins hinten drauf, vor dir ein Taxi, das spontan entscheidet, jetzt doch rückwärts zu fahren – nach dem Motto: „Mach einfach, Inshallah es klappt schon!“

Und dann kommt die rote Ampel – alle halten… außer dem einen, der’s eilig hat. Und dem, der hinter ihm hupt. Und dem, der einfach denkt: „yabtaeid !“

Kurz gesagt: Autofahren in Marokko ist wie eine Mischung aus Mario Kart, Formel 1 und Improvisationstheater. Also mal ehrlich: Wenn du dort überlebst, brauchst du keinen TÜV – du brauchst einen Herzschrittmacher.

Aber zurück zur Praxis…

Neben der Fahrprüfung kamen dann auch noch die üblichen Begleiter:

Sprachbarriere – der Prüfer redet, aber du verstehst nur Bahnhof. Fahrlehrer, die dich ausnehmen wie ein Weihnachtsgans: „Noch zwei Stunden. Noch eine mehr. Und noch fünf extra.“ Und dann noch die unterschwelligen Kommentare: „Na, ob das heute was wird…“ Ach so, danke für den Motivationsschub, wirklich!

Aber dann, beim vierten Mal, war alles gut.

Er ist gefahren wie ein Profi. Ich saß daheim mit Herzklopfen.

Und dann kam er nach Hause:

Ich hab’s geschafft.“

Und ich auch: weil ich endlich nicht mehr Taxi spielen musste.

Fun Fact am Rande:

Ich hasse Auto fahren, er liebt es.

Fazit: Führerschein in Deutschland mit Migrationshintergrund?

Ein Albtraum.

Aber es geht. Irgendwann. Mit Nerven. Mit Geduld.Mit Minus Kontostand. Und mit Humor. Sonst drehst du durch.

Mein erhobener Zeigefinger: Was muss besser laufen?

Für die Behörden:

Mehrsprachige Vorbereitungsmaterialien in verständlicher Sprache. -Bessere Beratung zur Umstellung Fahrlehrer mit interkulturellem Verständnis. -Pflichtstunden mit Schaltgetriebe und dann nur noch Automatik

Hinweis: Es gibt eine neue Regel (seit April 2021)

Wenn du mit Automatik lernst, aber zusätzlich 10 Fahrstunden (à 45 Min.) auf einem Schaltwagen machst und eine Testfahrt mit dem Fahrlehrer, dann entfällt die Automatik-Beschränkung (Schlüsselzahl 78).

Du bekommst den ganz normalen Führerschein – auch wenn du die Prüfung auf Automatik gemacht hast.

Das nennt sich:

Automatik-Ausbildung mit Schaltkompetenznachweis”

Für Betroffene:

Nimm das Thema ernst – schon ab dem ersten Tag in Deutschland. -Lerne die Theorie wirklich gründlich. -Du benötigst zwischen 3000 und 5000 Euro -Melde dich selbst für die Theorie beim TÜV an, dann sparst du viele Gebühren. Hol dir die Führerschein-App mit den Theoretischen Fragen selbst und lerne eigenständig, dann sparst du wieder . Sprich mit anderen, z.b aus dem Integrationskurs oder mit denjenigen die es bereits geschafft haben.

Fazit: – du bist nicht allein und lass dich nicht Abzocken!

Und wie geht’s weiter?

Das nächste Kapitel wird nochmal persönlich.

Integration – was heißt das eigentlich für uns?

Sprache und Vorurteile.Aufenthaltstitel? Unterstützung?

Wie viel muss man sich anpassen?

Und wie oft fragt man sich: Wie viel Steine legen Sie einem noch in den Weg?

Aber dazu bald mehr.

💬 Kennst du das? Führerschein-Stress, Integration, Bürokratie?

Erzähl’s mir in den Kommentaren – ich bin nicht allein, das weiß ich.

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Bis zum nächsten Mal –



Eine Antwort zu „Führerschein – wenn dein Land nicht EU genug ist”.

  1. Avatar von krispye29a7a9d14
    krispye29a7a9d14

    Wieder so schön!BineVon meinem/meiner Galaxy gesendet

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