Kapitel 10 – JGA, Elefanten & Thai-Zeremonien

Bangkok. Die Männer haben sich verabschiedet, um „traditionell“ zu feiern (was bei Männern bedeutet: Essen, Alkohol und ein bisschen Eskalation). Ich dagegen gönnte mir mit Mama und den Twins einen viel edleren Abend: Rooftop-Pool-Bar, traumhafter Ausblick über die Skyline, Cocktail in der Hand – fast schon kitschig, aber herrlich. Wir lagen zeitig im Bett, während die Männer noch voller Tatendrang ihre erste Bar suchten.

Männerabend – thailändische Version

One night in Bangkok- Los ging’s mit fangfrischem Fisch vom Grill in einem beliebten Ausgehviertel. Danach: Muay Thai Fight Night. Wusstet ihr, dass Muay Thai nicht einfach Boxen ist, sondern „die Kunst der acht Gliedmaßen“? Hände, Ellbogen, Knie und Schienbeine sind erlaubt. Jede Runde beginnt mit dem Wai Khru, einer Art Tanz, bei dem der Kämpfer seinen Lehrer, die Geister und Buddha ehrt. Ziemlich beeindruckend – auch wenn unsere Männer das wahrscheinlich mit Bier in der Hand und breitem Grinsen verfolgt haben.

Spätestens nach dem ersten heißen Vodka begann das Männer- Chaos!

Unser Stiefvater kapitulierte nach den ersten drei Vodka’s und machte sich sternhagelvoll mit dem noch Junggesellen ( der hatte eine ernst zunehmender Ausrede) auf den Heimweg. Zwei weitere verabschiedeten sich still und leise. Am Ende blieben nur noch mein Mann und mein älterer Bruder.

Die beiden machten alle Bars sowie alle locals unsicher – und verloren irgendwann nicht nur den Überblick, sondern auch die Stadt.

Ergebnis: Zug, Tuk-Tuk, völlige Eskalation und Morgens um acht trudelten sie wieder ein – nicht in Bangkok, sondern in Pattaya, 150 km entfernt. Zum Glück fanden sie zumindest ein Hotel gleichen Namens. Wahnsinn!

Wir saßen also beim Frühstück, als die beiden ankamen.Noch besoffen, übermüdet, aber überzeugt das es ein legendärer JGA war. Zudem noch 1000 Euro weniger, im Suff hat man das thailändische Geld nicht mehr so unter Kontrolle. Diese Baht und das umrechnen, sogar nüchtern herausfordernd.

Abflug ins Hochzeitsparadies

Am nächsten Tag ging’s weiter: 1,5 Stunden Flug, und wir landeten in einem traumhaften Resort. Das erste Abendessen: gegrillte Krabben, Berge von Reis und Chili in Mengen, die selbst Marokkaner zum Schwitzen bringen. Wundervolle gemeinsame Momente.

Eine multikulturelle,Kulturreiche Kombination. Dazu ein kurzer Einblick: Angereist aus Australien die beiden Tanten mit Onkeln. Volltätowierter Worlwide- Traveler mit Tochter aus Österreich, Ein Berliner frisch aus Kambodscha , der beste Freund mit Partnerin aus der Heimat …alle kamen um diesen besonderen Tag mit zu erleben. Für wen würdest du das tun?

Dann ging es früh ins Bett, denn der Hochzeitstag startete pünktlich um 7 Uhr.

Die thailändische Hochzeitszeremonie

Die Kleidung allein war ein Erlebnis: goldene Seide, kunstvolle Stickereien, Schmuckstücke – wir sahen aus wie königliche Gäste. Kein Wunder, dass die Einheimischen uns bestaunten, als wären wir ein Bonusprogramm.

Mönche & Segen

Am Morgen führten buddhistische Mönche Gebete, Gesänge und Segnungen durch.

Das Brautpaar wurde mit heiligem Wasser besprengt, und jeder Gast band weiße Baumwollschnüre um die Handgelenke des Paares. Diese „Sai Sin“ symbolisieren Glück, Gesundheit und eine feste Verbindung – quasi unsichtbare Bänder fürs Leben.

Der Elefanten-Moment

Dann kam das Highlight – und ich schwöre, es war wie ein Film:

Mein Bruder musste beweisen, dass er die Braut wirklich verdient. Ohaaaaa

Also setzte er sich auf einen Elefanten, begleitet von einem zweiten Tier, mit der Mama und einer rollenden Musikanlage und Trommlern, die den Rhythmus der Prozession im thailändischen Drums&Bass vorgaben.

Wir marschierten durch das ganze Dorf. Kinder winkten, Frauen lachten, Männer prosteten uns schon um 11 Uhr morgens mit Schnaps zu. Wir Europäer mittendrin: tanzend, schwitzend, lachend – ein bunter Karnevalszug unter 40-Grad-Sonne.

Fun Fact: In der thailändischen Kultur gelten Elefanten als heilige Tiere. Sie stehen für Stärke, Weisheit und Glück – und früher war es ein echtes Statussymbol, wenn ein Bräutigam einen Elefanten bei seiner Hochzeit präsentieren konnte. Heute ist es mehr Show, aber die Bedeutung schwingt immer noch mit.

Nach gefühlten 15 Kilometern erreichten wir endlich den Hof der Braut. Der Bräutigam stieg ab – pitschnass, aber stolz. Doch bevor er seine Zukünftige sehen durfte, musste er noch Prüfungen bestehen:

Die Brautjungfern hatten einen Test vorbereitet.Mit Hilfe unseren großen Bruders meisterte er alles und schnitt schließlich das Band durch – das Symbol, dass er die „letzte Hürde“ genommen hat.

Erst dann durfte er seine Braut in die Arme schließen. Es war laut, bunt, emotional – und für uns als Gäste einfach unvergesslich.

Fotoshooting & Familienessen

Nach so viel Action gab’s ein klassisches Fotoshooting und am Abend saßen wir im engen Familienkreis beim Essen. Ein perfekter Abschluss – dachten wir zumindest. Denn leider kam es für das frisch vermählte Paar zu einem unerwarteten Ende…

Und jetzt mal ehrlich: Habt ihr schon einmal eine thailändische Hochzeit erlebt – oder vielleicht sogar selber in einer ganz anderen Kultur geheiratet? Ich bin super gespannt auf eure Geschichten mit Reisen und Kleinkinder! Schreibt mir unbedingt in die Kommentare, wie es bei euch war.

Wenn ihr wissen wollt, wie es für das frisch vermählte Paar (Spoiler: nicht ganz so märchenhaft) und uns auf der Insel weiterging, dann abonniert unbedingt.So verpasst ihr auch das nächste Kapitel 11 nicht.



Eine Antwort zu „Kapitel 10 – JGA, Elefanten & Thai-Zeremonien”.

  1. Wieder einmal mehr eine bezaubernde Geschichte.  Du weisst ja wie sehr ich die liebe.BineVon meinem/meiner Galaxy gesendet

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