Kapitel 12 – Gefängnis, Krabbeln und erste Gehversuche

Zurück in Deutschland. Winter. Schnee, einfach nur Kalt – ein krasser Gegensatz zu Thailand. Die Twins waren zu diesem Zeitpunkt zwischen 8 und 12 Monaten alt – und damit mitten in der „ich-will-überall-hin“-Phase.

Krabbelalarm

Plötzlich war nichts mehr sicher. Egal ob Schränke, Schubladen oder die Tupperware – alles wurde ausgeräumt und rumgeworfen . Und weil es gleich zwei waren, hatte ich manchmal das Gefühl, mein Schädel platzt. Also musste ich irgendwie Abhilfe schaffen für den doppelten Zerstörungsmodus.

Plan : Alles gefährliche wurde abgesichert, Tischkanten und Schrankecken verklebt. Dekoration entfernt oder hoch gestellt. Dann würde Opa beauftragt von Oma den Holzofen twinssicher zu machen. Gesagt und Getan, ein Gitterschutz angeschraubt. Die Treppen mit Gittertüren abgesichert und alle Schränke mit explosiven Inhalt verriegelt. Dazu noch ein extra großes Bällenbad ( Laufstall) aufgestellt und das Sicherheitskonzept war komplett.

Jes! fast wie in einem Hochsicherheitsgefängnis aber mit mehr Freigang. LOL

Das sage ich ganz bewusst so, den da spalten sich die Meinungen zum Laufstall.

Segen oder kleines Kindergefängnis?

Team „Laufstall = Lebensretter“

Stell dir vor: Du willst nur mal eben duschen, die Nudeln abgießen oder in Ruhe (haha, als ob!) einen Kaffee trinken.

Ein sicherer Ort, alles Spielzeug griffbereit, keine Steckdosen in Sicht – und du hast zwei Minuten, um dir wie ein Ninja durchs Badezimmer die Haare zu waschen.

Team „Laufstall = Kinderknast“

Auf der anderen Seite gibt es die Eltern, die beim Wort „Laufstall“ explodieren. „Das arme Kind, eingesperrt wie ein Tiger im Zoo!“ – höre ich da jemanden rufen?

Und ja, aus Sicht des Babys sieht’s vermutlich so aus: „Aha, Mama hat mich in meinen persönlichen Knast gestellt, damit ich sie nicht störe.

Die goldene Mitte

Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen:

Ein Laufstall kann super praktisch sein – solange er keine längere Haftstrafe wird. Kurze Regenerationsmomente? Top. Die Kinder da drin großziehen bis zum Kindergarten? Not!

Mein Tipp: Ausstatten mit Lieblingsspielzeug und Krabbeldecke und– und vor allem mit dem Wissen, dass das Baby auch wieder rauskommt. Sonst fühlt es sich am Ende wirklich wie ein kleiner Knasti.

Erste Stehversuche- Nein, Gehversuche

Zwei Babys, zwei völlig verschiedene Pläne.

Manchmal frage ich mich, ob meine Zwillinge sich schon im Bauch abgesprochen haben: „Du machst die Sprache, ich übernehme die Motorik!“ – denn genauso war es.

Sofia war da schon eine Labertasche. Sie sagte nicht nur „papapapapapa“ und „mamamama“, sondern plötzlich richtige Worte wie „Katze“ oder „Kette“. Ich konnte kaum glauben, dass sie das wirklich meinte – bis sie auf unsere Katze zeigte und auf Omas Kette.Sie begann schon früh sich über eine andere Weise zu verständigen.

Elias dagegen hatte für Sprache gar keine Zeit. Er war viel zu beschäftigt damit, sein Unfallrisiko in die Tat umzusetzen. Mit 10 Monaten zog er sich schon am Sofa hoch, zack zwei Schritte zum Couchtisch, dann lief um den Tisch herum einmal rechts dann links (gefühlt stundenlang) und grinste, als hätte er gerade den Mount Everest bestiegen. Mit 11 Monaten war es dann soweit: die ersten wackligen Schritte im freien – natürlich unter Papas stolzer Anleitung. Komm zu mir … ( 1 bis 2 m Abstand) Und ja, manchmal landete er hart, weinte oft aber gab nie auf.

Sofia hingegen blieb lieber sitzen und beobachtete das mit dem gewissen Sicherheitsabstand. Wahrscheinlich dachte sie sich: „Soll er doch rennen – ich sag euch lieber, was ich will.“

Und so hatten wir beide Extreme im Wohnzimmer: ein kleiner Zehnkämpfer und eine kleine Philosophin. Zwei Babys und ein Chaos – unterschiedlicher können Sie nicht sein.

Es war eine Zeit voller Emotionen und dann stand auch schon der erste Geburtstag vor der Tür –

Und jetzt bin ich neugierig:

Was war bei euch die aufregendste oder lustigste Entwicklung eures Babys im ersten Jahr?

Schreibt es mir in die Kommentare und abonniert meinen Blog, damit ihr das nächste Kapitel nicht verpasst – da geht’s nämlich um den ersten Geburtstag und das große Familienfest. 🎂🎉



Hinterlasse einen Kommentar