Mit einem Jahr sind unsere Zwillinge ausgezogen – ins eigene Zimmer! Klingt nach einem mutigen Schritt, oder? Aber nach zwölf Monaten voller Kuschel-, Fläschchen- und Schlaf-Experimente war es einfach notwendig – Viersamkeit ade Zweisamkeit jipeee.
Die ersten Monate: Warum Zwillinge gemeinsam schlafen sollten
Unsere Twins haben die ersten Monate bei uns im Schlafzimmer geschlafen – am Anfang sogar gemeinsam in einem Gitterbett. Das war nicht nur praktisch, sondern auch psychologisch sehr wichtig.
Zwillinge verbringen neun Monate Seite an Seite im Bauch. Sie hören denselben Herzschlag, spüren dieselben Bewegungen, riechen sich. Diese enge Verbindung sorgt dafür, dass sie sich auch nach der Geburt gegenseitig beruhigen. Sie schlafen ruhiger, wenn sie sich hören und spüren können – oft atmen sie sogar synchron.
Tipp: Wenn Zwillinge gemeinsam schlafen, sollte das Bett groß genug sein und die Babys in einem sicheren Schlafumfeld liegen (auf dem Rücken, ohne Kissen, Decken oder Spielzeug).
Vom Kuschelbett zum Zwillingszimmer
Als die beiden größer wurden, war im gemeinsamen Bett einfach kein Platz mehr – es wurde eng, laut und manchmal auch katastrophal to much. Also bekam jeder sein eigenes Gitterbett, aber weiterhin Kopf-Seite an Kopf-Seite.
Wir haben die Gitter mit einem weichen Schutz im inneren umrandet, damit keine Händchen oder Beinchen stecken bleiben konnten. Gibt es im Ikea.
Wichtig ist auch: Nichts weiter im Bett! Keine Kuscheltiere, keine Decken, keine Kissen – nur das Baby im Schlafsack.
So cute!
Warum?
Weil lose Gegenstände im Bett das Risiko von Erstickung oder Überwärmung erhöhen können. Der Schlafsack sorgt für Sicherheit und hält die Temperatur konstant – ganz ohne Verrutschen oder Verheddern. Das nervige Decken -Thema kommt noch früh genug. Ein kleiner Teaser für jetzt.
Wenn das Schlafen sicher sein soll – und der plötzlichen Kindstod
Seid meine Zwillinge auf der Welt sind, schlafe ich immer mit einem Ohr wach. Jeder kleine Laut lässt mich aufhorchen und aus dem Bett springen. Da macht man Nachts noch Fitness. Ernsthaft, diese besondere Mischung aus Liebe, Sorge und Verantwortung kennt jede Mama – und wird uns ein Leben lang begleiten. Meine Mama hat mich mit Käse-Toast 5 Uhr in der früh gefragt : Alles ok? nach der Club – Nacht.
Aber ganz besonders ist es in den ersten Monaten.
Der plötzliche Kindstod
Er trifft meist scheinbar gesunde Babys im Schlaf und bleibt oft ohne klare Ursache. Heute weiß man, dass mehrere Dinge zusammenkommen müssen – etwa eine empfindliche Phase in der Entwicklung, eine ungünstige Schlafposition oder eine zu warme Umgebung.
Das Wichtigste: Wir können das Risiko deutlich senken.
Hier sind meine Tipps:
Rückenlage legen – immer!
Feste Matratze, keine Kissen, Decken oder Kuscheltiere im Bettchen
Schlafsack statt Decke
Nicht überhitzen (Raumtemperatur ca. 16–18 °C)
Ein positives Mindset.
Die Flaschen-Akrobatik: Wenn beide gleichzeitig Hunger haben
Wenn beide gleichzeitig Hunger haben – und das passiert bei Zwillingen ziemlich oft , halt – braucht man eine gute Technik. Ich habe irgendwann meine persönliche Zwillings-Flaschenmethode perfektioniert:
Ich saß im Schneidersitz auf dem Bett, ein Bein ausgestreckt, davor ein großes Kissen. Ein Twin lag in meinem Schoß, der Kopf auf meinem Knie unter einem Kissen, der andere auf dem Kissen vor mir – Kopf zur anderen Seite. So konnte ich beiden gleichzeitig die Flasche geben. Eine echte Akrobatiknummer, aber total effektiv! Mein Mann hat sich immer gefragt, wie macht sie das nur?
Das war so einer dieser typischen Zwillingsmomente, in denen man sich denkt: „Ich habe jetzt offiziell Superkräfte.
Elternbett ja oder nein? – Die zwei Seiten
Wenn es ums Thema Babyschlaf geht, gibt es zwei Matratzen :
Team Familienbett: Nähe, Geborgenheit, Stillen im Halbschlaf – alles spricht für gemeinsames Schlafen.
Team Eigenes Bett: Sicherheit, Schlafqualität, Unabhängigkeit – jedes Baby sollte seinen eigenen Platz haben.
Und ganz ehrlich? Beide Seiten haben recht.
Vorteile vom Familienbett:
Schnelleres Reagieren & mehr Nähe: Stillen oder Beruhigen in der Nacht ist einfacher, ohne dass man aufstehen muss – das stärkt die Bindung und sorgt für ruhigere Nächte. Es gibt ein großes Sicherheitsgefühl für Eltern & Kind: Die Babys spüren die Nähe der Eltern (Geräusche, Atmung, Geruch) und schlafen dadurch oft ruhiger und besser.
Nachteile:
Die Matratze ist oft zu weich, Kissen oder Decken können die Atmung behindern, und manchmal wird es unter der Bettdecke zu warm. All das kann das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöhen.
Natürlich auch deutlich Weniger Platz (vor allem mit Zwillingen ). Es besteht die Gefahr, dass ein Elternteil das Baby versehentlich überrollt oder es vom Bett fällt. Eltern schlafen oft unruhiger.
Nähe, Sicherheit & ein bisschen Psycho-Magie
Babys brauchen Nähe – das ist kein Luxus, das ist ihr Überlebensinstinkt. Wenn sie uns atmen hören dann signalisiert das: „Alles gut, Mama/Papa ist da.“
Diese Sicherheit ist die Basis für ihr Vertrauen in die Welt – und später auch dafür, dass sie mutig loslassen können.
Wir haben einen Mittelweg gefunden:
Wenn sie krank waren oder viel geweint haben, durften sie zu uns ins Bett. Aber ehrlich – zu viert war das eher Tetris. Mein Mann, zwei Babys, ich – und irgendwo dazwischen noch eine Minnie Mouse und ein Fisch.
Ich hatte immer Angst, auf eins draufzulegen oder dass jemand runterrollt. So lernen die Kleinen – ganz nebenbei – dass Nähe schön ist, aber auch ein bisschen Platz gar nicht so schlecht sein kann.
Trotzdem: Diese Nächte voller Nähe und Chaos gehören zu meinen liebsten Erinnerungen.
Und ja – mein Mann und ich schlafen am liebsten gemeinsam. Wir können uns einfach nicht trennen.
Mit einem halben Jahr kam der Rhythmus
Ab etwa sechs Monaten wurde es deutlich entspannter. Die beiden entwickelten langsam ihren eigenen Schlafrhythmus.
Babys schlafen in mehreren Phasen
Beginnend mit dem leichten Schlaf, REM-Schlaf, kurzes Aufwachen , Essen – und das mehrmals pro Nacht. 2 bis 4 Stunden durchschlafen machbar. Da fragst du dich : Habe ich geschlafen oder nicht?
Ab einem halben Jahr beginnt sich der Schlaf zu stabilisieren: längere Tiefschlafphasen, weniger nächtliches Aufwachen, klarere Tagesstruktur. 4 bis 6 Stunden durchschlafen möglich. Da frag ich mich: Ist das schon alles?
Natürlich gab es diese Horror Nights , wie im Traumatica Europa Park – Wachstumsschübe, Zähne, Schnupfen, Kackattacken und Kotzerrei – aber grundsätzlich wurde es ruhiger.
Der große Zimmer-Tausch mit einem Jahr
Als die beiden ein Jahr alt waren, kam die große Entscheidung: Zimmer tauschen!
Die Twins brauchten mehr Platz zum Schlafen, Spielen und Krabbeln. Wir brauchten unsere Zweisamkeit zurück. Also sind wir ins kleinere Zimmer gezogen und haben das große Kinderzimmer übergeben.
Die Gitterbetten haben wir an der Kopfseite zusammengestellt, damit sie sich weiterhin hören und sehen konnten – quasi wie eine kleine Zwillings-Suite.
Fazit: Kein richtig, kein falsch – nur euer Weg
Schlafen mit Zwillingen ist eine Reise – mal chaotisch, mal herzerwärmend, aber immer besonders. Ob Familienbett, Beistellbett oder eigenes Zimmer: Wichtig ist, dass ihr euch sicher fühlt und es zu eurer Familie passt, man kann sich nicht immer die Quadratmeter aufteilen oder die Lebenssituation austauschen.
Wie war das bei euch?
Schläft ihr Zusammen oder getrennt? Schreibt mir gern in die Kommentare – ich freue mich über euren Austausch!
Abonniert meinen Blog Zwillingsglück, wenn ihr keine meiner Geschichten rund ums doppelte Familienchaos mehr verpassen wollt.
Hinterlasse einen Kommentar