Kapitel 14 – Familienalltag und die Mallorca-Auszeit

Nach dem ersten Geburtstag der Twins kehrte langsam wieder so etwas wie Familienalltag ein. Die beiden wurden mobiler, neugieriger – und lauter. Konstant kalt war nur der Kaffee.

Die Tage begannen zwischen 8 und 9 Uhr mit zwei Worten : „Mamaaaa“ von Sofia und kurz darauf ein energisches „Baba!“ von Elias. Sie haben es einfach gut mit mir gemeint, da gibt es deutlich frühere Zeiten zum Aufstehen. (Hab ich gehört) Dafür kam es Aber zweifach zurück.

Windeln wechseln, Anziehen, Frühstück und das Chaos im kompletten Haushalt. Es ist heute noch faszinierend, wie viel Unordnung zwei kleine Menschen in nur drei Minuten anrichten können.Wie als wäre eine Bombe eingeschlagen!

Manchmal hatte ich das Gefühl, ich verbringe den gefühlten ganzen Tag damit, Spielzeug von einem Ende des Raumes zum anderen zu räumen – nur damit es dort gleich wieder verstreut wird. Harmlos!

Mein allerliebstes Szenario ( Erster Schreianfall) – wir fassen halt in die Toilette rein, was auch immer da drin ist. Einfach schön rühren und bisschen planschen!

Aber dann gibt es diese Momente: Wenn die beiden sich anstrahlen, sich umarmen oder an den Händen halten. Mit großen Gelächter Chucky ( unser Kater) hinter her laufen um ihn zu ärgern. Diese Momente halfen das Lava im Vulkan zu lassen.

Arbeiten mit Zwillingen – Flexibilität ist alles

Auch ich war zu diesem Zeitpunkt wieder in Teilzeit arbeiten gegangen. Da ich selbstständig war, konnte ich meine Termine flexibel gestalten – ein echter Luxus für Eltern von Zwillingen. Endlich wieder ein bisschen „Me Time“!

Doch etwas hatte sich verändert. Früher drehte sich in meinem Leben alles um Karriere und Geld. Erfolg war mein Elixir. Jetzt war alles anders. Ich ertappte mich immer öfter bei dem Gedanken: „Was, wenn ich etwas verpasse?“

Ich vermisste die beiden jeden Augenblick, wenn ich nicht bei ihnen war. Was war nur mit mir los? Konnte das so weitergehen?

Obwohl ich meinen Job wirklich liebte, nach 12 Jahre Selbstständigkeit begann ich, vieles infrage zu stellen. Ich wollte herausfinden, was mir im Leben wirklich wichtig war – und wo kann man das besser als auf einer kleinen Reise?

Auf nach Mallorca!

Also packten wir die Koffer – und Opa und Oma gleich mit. Ab in den Flieger mit den Twins in der Babybauchtasche zum Ballermann!

Und ja, kurzzeitig stellten wir uns vor, wie es wohl wäre, mit den beiden über die Schinkenstraße zu schlendern – Bierkönig, mach dich bereit!

Aber Spaß beiseite – unser Ziel war natürlich etwas ruhiger: Playa de Muro.

Ein traumhaft schöner, breiter Strand mit feinem, weißen Sand und türkisblauem Wasser – perfekt zum Planschen und für kleine Familienabenteuer.

Apartment statt Hotel – unsere ehrliche Erfahrung mit Zwillingen

Dieses Mal entschieden wir uns bewusst für ein Apartment mit Selbstversorgung direkt am Strand. Bei Zwillingen dachten wir: Mehr Platz, weniger Stress!

Aber wie immer im Familienleben: Es gibt Licht und Schatten.

Vorteile eines Apartments

1. Platz, Platz, Platz!

Zwei Kinder, zwei Reisebetten, Buggy, Sandspielzeug, Snacks, Wickeltasche – das ist kein Urlaub, das ist ein Umzug! In einem Hotelzimmer hätte uns das Chaos verschluckt. Im Apartment war wenigstens genug Raum zum Atmen – und zum Krabbeln.

2. Eigene Küche = Freiheit

Kein Gehetze zum Frühstücksbuffet um Punkt 8. Keine Blicke, wenn einer schreit oder den Joghurt auf den Boden kippt.

Wir konnten kochen, wann wir wollten – und vor allem was wir wollten. Brei, Nudeln, Rührei oder einfach eine Banane auf die Hand – Eltern wissen, wovon ich rede.

3. Mittagsruhe ohne schlechtes Gewissen

Wenn die Twins ihren Mittagsschlaf hielten, konnten wir trotzdem auf der Terrasse sitzen, die Sonne genießen, Rommee spielen oder ein kühles Cerveza trinken – und mussten nicht flüstern wie im Hotelzimmer.

4. Waschmaschine!

Ja, klingt banal – aber mit Kleinkindern Gold wert. Ich sage nur: Spaghetti-Soße, Eis, Sand, Windelunfälle …

5. Günstiger auf lange Sicht

Auch wenn der Mietpreis zunächst hoch wirkt, spart man durch Selbstverpflegung und weniger Restaurantbesuche einiges.

Nachteile eines Apartments

1. Keine Reinigung oder Service

Was zu Hause schon nervt, hört im Urlaub leider nicht auf: Wäscheberge, Geschirr und Krümelparade. Es gibt keinen Zimmerservice, keine frischen Handtücher – und der Müll will auch rausgetragen werden.

2. Einkaufen mit Babys = Abenteuer

Spanische Supermärkte sind toll, aber mit zwei Einjährigen im Einkaufswagen wird’s sportlich. Man schiebt, lenkt, entertaint – und hofft, dass die Milch nicht kippt.

Außerdem sind die Lebensmittelpreise in Spanien inzwischen fast wie in Deutschland – besonders in Touristengegenden.

Tipp: Große Supermärkte außerhalb des Zentrums (z. B. Eroski, Lidl oder Mercadona) sind deutlich günstiger. Und bring unbedingt Gewürze, Öl und Snacks von zu Hause mit – das spart Geld und Nerven.

3. Kein Buffet, keine Auswahl

Manchmal wäre ein Hotelbuffet schon schön gewesen – einfach hinsetzen, essen, fertig. Stattdessen hieß es: erst kochen, dann aufräumen. Urlaub sieht anders aus.

Unser Fazit

Beides – Hotel und Apartment – hat seine Berechtigung.

Für uns mit Zwillingen war das Apartment aber die bessere Wahl, weil wir unseren eigenen Rhythmus behalten konnten. Kein Stress mit Essenszeiten, kein Blick auf die Uhr – nur wir, die Sonne, Sandburgen und viel Gelächter.

Ich hätte mir manchmal etwas mehr Unterstützung von Opa gewünscht – aber er ist halt einfach nicht Oma 😉 – das können viele bestimmt nachvollziehen.

Trotz allem: Ein gelungener Urlaub mit vielen schönen Erinnerungen und noch mehr Erkenntnissen darüber, was im Leben wirklich zählt.

Wie reist ihr am liebsten mit euren Kindern – Hotel, Apartment oder Camping?

Schreibt’s mir gerne in die Kommentare!

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Im nächsten Kapitel 15 das erste Familientreffen in Marokko…



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