Kapitel 15 – Familienbesuch in Marrakech: Das erste Treffen in der zweiten Heimat

Der Flug nach Marrakech war – man glaubt es kaum – kurz und schmerzlos. Jeder der Twins hatte einen eigenen Sitzplatz, wir hatten Bücher, Spielzeug und natürlich die Oma im Gepäck. Und dank Schnuller beim Start und bei der Landung gab es auch kein Drama. Ein Wunder, ich weiß.

Nach der Landung ging es direkt zu unserer Mietwagenfirma gleich am Flughafen, und von dort aus ins Apartment mitten im Zentrum, in Guéliz. Gebucht über Airbnb – praktisch, sauber, zentral.

Perfekt, um mit zwei Energiebündeln eine Woche Familien-Abenteuer zu überstehen.

Da der Tag schon fast vorbei war, gab es nur noch ein schnelles Sandwich, und dann fielen wir ins Bett. Also wir in das Bett der Twins. Denn wie gedacht beanspruchen sie das komplette Bett für sich. Wir sind ja schließlich nur die Mitbewohner.

Das große Wiedersehen – ohne Handy dazwischen

Am nächsten Morgen war es endlich so weit: das erste echte Treffen mit der Oma, ganz ohne Videoanruf. Wir klopften an die Metalltür. Ein Moment Stille. Dann öffnete sie – und da standen sie, unsere zwei.

Oma war kurz überfordert von der geballten Niedlichkeit und wusste nicht so recht, wie sie reagieren sollte. Man möchte ja ungern das Sie den ersten echten Eindruck mit Tränen verbinden. Also begrüßte sie sie liebevoll, aber mit einer kleinen Prise marokkanischer Zurückhaltung.

Drinnen warteten schon die nächsten Familienmitglieder. Tanten, Onkel Cousinen und Cousins alle waren da. Die Wohnung war voll, die Herzen noch voller. Und dank Omas legendärer Kochkünste fühlten sich die Twins innerhalb kürzester Zeit sauwohl und machten die Wohnung zum Souk.

Frage: Wie ist es möglich in einer 1,5 auf 1 m großen Küche zu dritt so eine Kochkunst hinzu bekommen? Ohne Thermomix, Air Fryer oder anderen elektrischen Küchenhelfern???

Sprache? Kein Problem.

Mit 1,5 Jahren kommuniziert man einfach mit den Augen, den Händen und einem Lächeln. Wir Erwachsene könnten uns da wirklich etwas abschauen. Was geht denn da nur ab?

Der Plan: Mittagsschlaf. Der Plan der Twins: Keine Chance, Mama.

Nach dem ganzen Trubel waren alle erstmal fix und fertig. Ich wollte die beiden in den Mittagsschlaf bringen. Alles abgedunkelt, leise, gemütlich. Perfekt.

Nur die Twins hatten einen anderen Plan für die Woche: Mehr Zeit mit Oma = Kein Schlaf.

Ich dachte mir: „Gut, es ist Urlaub, da kann man die kleinen Vampire auch mal länger wach lassen. Die Familie kriegt das schon hin.“

Falsch gedacht.

Denn so sehr sie ihre Oma lieben – Mama bleibt ihr Lebensmittelpunkt.

Warum?

Weil ich ihre Sicherheitsstation, ihre emotionale Powerbank, ihre Konstante bin. Gerade in einer fremden Umgebung greifen Kinder automatisch nach der Person, die ihren Alltag strukturiert, ihre Routinen kennt, ihre Bedürfnisse versteht, oft schon bevor sie sie überhaupt ausdrücken können. Nähe, Bindung, Gewohnheit – das ist stärker als jede neue Ablenkung. Und ja… manchmal auch anstrengender.

Unsere Urlaubswoche: Food, Spielplatz, Souks – Repeat

Die nächsten Tage waren randvoll:

Spielparadiese, Spaziergänge durch Marrakech, ein Casino Gewinn und natürlich ein Besuch auf dem Jemaa el-Fna das ist Pflicht und sogar eine kleine Auszeit im Hamam (Luxus pur für 2,5 Stunden , bis man wieder gebraucht wird, aber egal mit der Babyhaut hat sich das doppelt gelohnt)

Und essen… oh, Essen!

Omas Küche viermal am Tag – ein kulinarisches Traumlevel. Und dann noch ein Besuch im türkischen Steakhouse – das beste Steak meines Lebens. Einmaliger Foodporn. Punkt.

Tagine mit Gemüse (deftig)
Tagine mit Hühnerfleisch (süß)

Ein Highlight im Souk – Wir allein unter Marokkanern

Ein besonderes Highlight: Die Twins spielten mit ihren Cousins und Cousinen, während wir Mamas mit den Tanten in einen Souk gingen. Nicht der für Touristen!

Nein, ein echter, wilder, lauter Souk nur für Einheimische.

Ich sag’s euch: Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

Wir, mitten unter Marrakchis, von neugierigen Blicken begleitet. Die Rufe, das Stimmengewirr, der Duft nach Gewürzen, Obst, frischem Fleisch. Ein einziges Meer aus Eindrücken. Wahnsinnig!

Gewürze

Zum Glück übernahm die Schwester meines Mannes das Handeln – ich hätte wahrscheinlich den doppelten Preis bezahlt und noch „Danke“ gesagt.

Nach gefühlt zehn Kilometern Fußmarsch – und erstaunlich leeren Taschen – verabschiedeten wir uns erschöpft aber tief zufrieden von der Familie.

Der Abschied

Am nächsten Tag ging es schon wieder nach Hause. Ich verabscheue Verabschiedungen.Wer nicht?

Die wundervollen Erinnerungen und das Wissen das wir bald wieder kommen macht es erträglich.

Auch die Gedanken daran das die Twins ihre zweite Heimat nun kennen und die Familie aus Chaos und Liebe – eine Mischung ist, die ich nie eintauschen würde.

Und jetzt an euch:

Was habt ihr für Erfahrungen mit Kleinkinder und Reisen?

Schreibt mir eure Erfahrungen unten in die Kommentare!

Vergesst außerdem nicht, meinen Blog zu abonnieren, damit ihr Kapitel 16 nicht verpasst.

Denn dort starten wir ins neue Jahr –

Bleibt gespannt. Made with Love.



Hinterlasse einen Kommentar