Urlaub mit zweijährigen Zwillingen

– unsere naive Vorstellung vs. die Realität in Antalya

Mittlerweile sind die Zwillinge jetzt schon 2 Jahre alt.Es ist Mai. Die Türkei erwartet uns.

Im Gepäck sind mit dabei : wir, zwei energiegeladene Kleinkinder und die Tante – als vermeintlicher Joker für Zweisamkeit.

Unsere Vorstellung vor der Buchung war… sagen wir mal… sehr optimistisch:

Der Plan war das die Tante ab und zu auf passt.Damit wir gemeinsame romantische Abende mit Cocktails an der Bar genießen können.

Ein bisschen „wir“, ein bisschen „Twotime‘‘

Spoiler: Die Zwillinge hatten andere Pläne.

Waren wir naiv? Ja. Absolut.

Bereuen wir es? Keine Sekunde.

Der Flug – 3,5 Stunden Abenteuer auf 10.000 Metern

Die Zwillinge hatten ihre eigene Sitzplätze. Jippie!

Unsere Idee : schlafende. ruhig sitzende und vielleicht sogar ein Buch lesende Zwillinge.

HAHA.

Was stattdessen passierte:

Sie standen und sprangen herum, wie zwei Äffchen voll gepumpt mit Adrenalin. Attacke auf den Vordermann – und die Hinterfrau. Da kann man ja wunderbar am Sitz wackeln und ein Dauerlauf durch den Gang starten. Nach sinnlosen Diskussionen mit uns, dem Universum und vermutlich der Bordcrew gab es nur eine Lösung.

Unser Gamechanger (und ganz ehrlich: unser Rettungsanker):

Ruhe bewahren. Atmen. Und wenn es eskaliert: Video auf dem Handy an.

Die anderen Fluggäste – ein gesellschaftliches Experiment

Die Reaktionen waren sehr vielfältig:

Es gab die Mitleidigen („Oh Gott, die Armen Eltern .“) Die Genervten (Augenrollen deluxe) Die Entspannten („Ach, Kinder halt.“) Und die Eltern, die uns mit einem wissenden Nicken ansahen.

Fakten:

Warum können Kleinkinder nicht länger sitzen?

Ihr Körper ist auf Bewegung programmiert.Zwischen 1,5 und 3 Jahren befindet sich das Gehirn in einer Phase rasanter Entwicklung.Bewegung ist kein „Zeitvertreib“, sondern Lernen:

Springen → Gleichgewicht Klettern → Körpergefühl Laufen → Raumwahrnehmung Aufstehen & Hinsetzen → Muskel- und Nervenzusammenspiel

Still sitzen heißt für Kleinkinder:

Entwicklungsstopp – und das fühlt sich für sie unglaublich falsch an.

Das Nervensystem ist noch unreif:

Die Fähigkeit, Impulse zu kontrollieren („Ich bleibe jetzt sitzen“) entsteht erst viel später.

Selbstregulation entwickelt sich erst ab 4–6 Jahren Kleinkinder handeln impulsiv, nicht absichtlich „unartig“ Der Körper reagiert schneller als der Verstand.

Sie stehen nicht auf, um zu nerven und sie stehen auf, weil ihr Nervensystem es verlangt.

Aufmerksamkeit funktioniert anders:

Ein zweijähriges Kind kann sich im Schnitt: 2–5 Minuten auf eine Sache konzentrieren vor allem, wenn sie passiv ist (z. B. Sitzen, Warten) Lange was?

Je spannender die Umgebung (Flugzeug, Restaurant, Urlaub!),

desto unmöglicher wird stilles Sitzen.

Fazit Flug:

Niemand stirbt.Alle kommen an.

Angekommen im Resort – Nacht, Bett, Hoffnung

Mit dem Privattaxi ging es direkt in die Falle. Am nächsten Morgen startete das, was man klassisch nennt:

Familienurlaub.

Der Urlaubsalltag – mit Zwillingen Sonder Edition

Unser Tagesablauf sah ungefähr so aus:

Buffet.

Poolanlage.

Buffet.

Mittagsschlaf.

Snack.

Eis.

Rutschen.

Poolanlage.

Spielplätze.

Eis.

Essen.

Meer.

Schwimmen.

Wieder essen.

Kinderdisco.

Spazieren gehen.

Shoppingtour auf dem Markt.

Barabende.

Livemusik.

Cocktails

Schön. Laut. Voll. Lebendig.

Twintime
Beachtime

Was kam anders als gedacht?

Das große Geschreie: Mama. Mama. Mama.– von ZWEI Kindern gleichzeitig. So auf die Art:

„Ohne meine Mama mach ich nichts.“

Papa macht das? – Nein, Mama.

Tante macht das? – Nein, Mama.

Mama atmet? – Mama?

Und dann gab es diese Momente, wenn beide gleichzeitig getragen werden wollen. Was machst du dann?

Szenario: Es passierte nach einem wunderschönen Strandspaziergang.

Beide wollten von mir getragen werden und da ich mit der Tante unterwegs war habe ich diese erstmal angeboten. Nein – Mama. Dann begann die Horror- Heul- Show.

Was nun tun?

Also, habe ich sie dann beide hochgehoben und gleichzeitig getragen – direkt an der Strandpromenade entlang durch den heißen Sand. Bizeps voll angespannt. Herrlich!

Zum Glück bin ich Teilzeit-Fitnesscoach.

Aber erst die Blicke und Kommentare der Leute machten es unbezahlbar.

Mitleid? Ja. Sind ja zwei.

Tränen bei mir? Ja. Auch mal zwei.

Mein Mann sprintete dann barfuß durch den heißen Sand, um mir eins abzunehmen. Das war echtes Teamwork. Liebe und echtes Leben mit Zwillingen.

Mama darf nicht weg. Punkt.

Mama darf nicht alleine ans Buffet.

Mama darf nicht kurz verschwinden.

Mama darf gar nichts ohne lautes „MAAAAMAAAA“.

Und am letzten Tag hatten wir die Faxen dicke – wir packten die Handys aus und machten die Videos an.

Die Tante fragt ganz unschuldig:

„Warum habt ihr das die Tage vorher eigentlich nicht gemacht?“

Warum machen Kinder das eigentlich?

Ganz einfach: Neue Umgebung Reizüberflutung und Unsicherheit in der Bindungsphase (mit 2 Jahren völlig normal!)

Mama ist halt alles. Weiß ja jeder.

Unsere Tipps:

Lebe den Moment, es kommt wie es kommen soll. Etwas die Vorstellungen runterschrauben und Nähe zulassen, Hilfe annehmen, aber nichts erzwingen und die Technologie nicht verteufeln – sie dürfen helfen. Und ganz wichtig: Es ist keine Erziehungsfrage, sondern ein Bedürfnis.

Die schönsten Momente 💛

Beide tanzen ausgelassen in der Kinderdisco – und ich gleich mit.

Wir hatten auch als Eltern Spaß – mit den Twins in der Pool- Schaumparty oder ohne die zwei an der Bar.

Das Highlight : der Außenpool mit Wasserbrunnen…nicht zum schwimmen der war nur zum anschauen da.

…in den unendlich viele Steine geworfen werden ohne Stopp , bis wir sie mit Eis weglocken.

Der Angestellte fischte danach geduldig die 500 Steine raus. Nach einer Woche hatte ich so viel Mitleid mit ihm das – Trinkgeld Pflicht war.

Hier die Steine 🙂

Fazit 🌞

Ja, der Urlaub hatte seine tickenden Zeitbomben.

Ja, wir waren oft müde.

Ja, unsere romantischen Vorstellungen wurden mehrfach über Bord geworfen.

Aber:

Dieser Urlaub war genial.Echt. Laut. Intensiv und voller schöner Erinnerungen.

So genial, dass wir das gleiche Resort direkt wieder gebucht haben.

Diesmal mit Oma und Opa im Gepäck und 1 Jahr älter.

Und ja…

Mit der Vorstellung: Dieses Mal klappt es bestimmt mehr mit der Zweisamkeit.

💛

Urlaub mit Zwillingen ist kein Erholungsurlaub – es ist ein Herzensabenteuer.

Habt ihr schon Urlaub mit (Klein-)Kindern oder sogar Zwillingen gemacht?

Kennt ihr diese „Mama-Phase“, die im Urlaub plötzlich explodiert?

Schreibt mir gern in die Kommentare

Ich liebe es, eure Erfahrungen zu lesen – denn am Ende merken wir:

Wir sind mit diesem Chaos nicht allein.

Ausblick: Der nächste Stopp

Im nächsten Blogeintrag nehme ich euch mit nach Sanremo.

Italien. Meer. Dolce Vita.

Ob dort alles entspannter lief oder ob das Mama-Rufen auch auf Italienisch funktioniert…das erfahrt ihr ganz bald hier auf meinzwillingsglück.

Bleibt dran 



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