Es gab mal eine Zeit – und sie ist noch gar nicht so lange her – da sind unsere Zwillinge abends einfach ins Bett gegangen. Ohne Diskussion. Ohne Drama. Schlafsack an , Kuscheltier in den Arm. Jeder in seinem Bett, Tür zu, gute Nacht.
Ich weiß… klingt wie ein Märchen.
Und dann… vor etwa drei Monaten… Plot Twist.
Plötzlich wollten sie einen Bodyguard.
Nicht irgendeinen – uns.
Direkt am Bett. Sitzend. Wachsam. Und bloß nicht das Zimmer verlassen!
Was ist da bitte passiert?!
Ganz ehrlich: Diese Frage habe ich mir ungefähr 200 Mal gestellt.
Die kurze Antwort:
Entwicklung ist passiert.
Die etwas längere (und wichtigere):
Kinder – und besonders Zwillinge – durchlaufen regelmäßig sogenannte Entwicklungsschübe. Diese bringen oft zwei Dinge mit sich:
Mehr Bewusstsein für Trennung („Mama geht weg = oh oh “) Mehr Fantasie (auch nachts… auch unpraktisch )
Psychologisch gesehen passiert hier Folgendes:
Das Sicherheitsbedürfnis steigt Die Bindung wird „überprüft“ Das Gehirn verarbeitet neue Eindrücke vom Tag. Immerhin gehen sie ja vormittags zur Arbeit und sonst den ganzen Tag folgt eine Aktivität oder ein Besuch. Das sind ganz viele neue Eindrucke.
Einschlafen bedeutet für Kinder: loslassen.
Und genau das fällt ihnen in solchen Phasen schwer.
Phase 1: Der Kampf (aka „20x zurück ins Bett“)
Wir dachten natürlich erstmal:
„Da müssen wir jetzt konsequent sein!“Das hat doch sonst immer gut geklappt.
Also haben wir sie… ungelogen… 20 Mal pro Abend zurück ins Bett gebracht.
Mit allem, was dazugehört:
Weinen Schreien Drama
Bereits am dritten Tag gab es bei uns eine Krisensitzung.
Ergebnis:
Das kann so nicht weitergehen.
Denn während wir versuchten, konsequent zu bleiben, wollten sie einfach nur eins:
Dass wir im Zimmer bleiben.
Und ich dachte nur:
WTF?! Wo sind meine problemlosen Einschlaf-Zwillinge hin?!
Plan B & C – Rettung naht
Plan B:
Andere Eltern fragen: „Ist das normal?“
Plan C:
Mein Zwillingsexperten-Podcast
Ergebnis?
👉 „Ganz normal. Nur eine Phase.“
LOL. Klar.
Sagt sich so leicht, wenn man nicht gerade im Gitterbett feststeckt.
Warum ist das wirklich normal?
Hier kommt das Fachwissen (versprochen!):
Diese Phase nennt man oft:
Trennungsangst / Bindungsphase
Typisch in bestimmten Altersabschnitten.
Warum?
Kinder verstehen plötzlich, dass Mama & Papa auch weggehen können Gleichzeitig fehlt ihnen noch das Vertrauen: „Du kommst sicher wieder“ Abends ist alles intensiver (Müdigkeit + Dunkelheit)
Ergebnis:
Sie brauchen Nähe, um sich sicher zu fühlen.
Und Zwillinge?
Verstärken sich dabei oft gegenseitig. Jackpot.
Phase 2: Es wird… sagen wir… kreativ
Nach einer Woche „Sitzbegleitung“ dachten wir: Geschafft!
Haha. Nein.
Level 2 wurde freigeschaltet:
Mein Mädchen wollte plötzlich:
Dass ich mit ins Bett komme. Kleines Problem: Es ist ein Gitterbett.Ich bin kein Kleinkind.
Aber das Geschrei?
Herzzerreißend. Wirklich.
Also… habe ich mich reingequetscht.
In diesen kleinen „Knast“.
Reinkommen ging irgendwie…
Aber raus?! Schlangenakrobatik-Level 1000.
Mission:
Nicht aufwecken.
Nicht knacken.
Nicht sterben.
Phase 3: Der Nachtzirkus
Natürlich blieb es nicht dabei.
Nächtliche Besuche.Von beiden.
Das bedeutete:
Abends Halligalli, nachts Zirkus.
Ich sag’s euch:
Ich hätte Eintritt verlangen können.
Und heute? (Plot Twist Nr. 2)
Nach etwa einem Monat:
Ich muss nicht mehr ins Bett krabbeln (Gott sei Dank)Aber: Bodyguard bin ich immer noch
ABER:
Ein großer Gamechanger ist passiert:
Der Mittagsschlaf ist weggefallen
Und damit auch:
❌ 1,5 Stunden Einschlafdrama
✔️ Jetzt nur noch ca. 30 Minuten
👉 Fortschritt? DEFINITIV.
Unser neues Einschlafritual
Was uns wirklich geholfen hat:
Wir sprechen abends über den Tag.Und zwar im Detail:
Was haben wir morgens gemacht? Was war schön? Was war lustig? Was war vielleicht schwierig?
Und dann kommt die wichtigste Frage: Und was machen wir jetzt?
Antwort: Schlafen.
Das gibt ihnen:
Struktur Sicherheit und einen Abschluss für den Tag. Da kann man kreativ sein und eigene Rituale einführen.
Und ganz ehrlich:
Es ist auch für mich ein richtig schöner Moment geworden.
Meine wichtigsten Tipps für dich
1. Es ist wirklich nur eine Phase
Auch wenn sie sich endlos anfühlt.
2. Nähe ist kein „Verwöhnen“
Sondern ein echtes Bedürfnis.
3. Rituale sind Gold wert
Kinder lieben Wiederholungen.
4. Flexibilität schlägt Perfektion
Manchmal ist „rein ins Gitterbett“ einfach die Lösung.
5. Zwillinge = doppelte Dynamik
Aber auch doppelte Liebe ❤️
Und das Beste zum Schluss: sie haben sogar bei Oma und Opa geschlafen.!
Wow 🫶
Und jetzt bist du dran!
Wie ist das bei euch?
Kennt ihr diese Phase? Habt ihr auch plötzlich kleine Bodyguard-Fans zuhause? Oder ganz andere Einschlafdramen?
Schreib mir super gerne deine Erfahrungen in die Kommentare!
Ich freue mich riesig auf den Austausch.
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